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[Quelle: Gruppe Internationale Infodienst - 3.6.2000]
Pressemitteilung der Antifaschistischen Aktion Eberswalde zur Gedenkdemo des am Mittwoch, den 31.05.2000, von Nazis ermordeten Antifaschisten Falco Lüdke!
KEIN VERGEBEN, KEIN VERGESSEN!!!
Um 16 Uhr versammelten sich über 500 AntifaschistInnen aus Berlin, Leipzig, Dresden, Magdeburg, Dessau, Frankfurt/Oder, Bad Freienwalde, Eberswalde und den umliegenden Gemeinden zu einer Demonstration zum Gedenken an Falco Lüdke am Eberswalder Hauptbahnhof.
Falco L. ist am 31. Mai einem faschistischen Mord zum Opfer gefallen. Der 27-jährige Eberswalder Mike Bether, ein bekannter Schläger aus der rechtsextremen Szene, hatte mit Falco L., der eindeutig der linken Szene in Eberswalde angehörte, eine handfeste Auseinandersetzung. Dieses Handgemenge war nach einzelnen Zeugenaussagen wohl politisch motiviert. Im Laufe der Schlägerei stieß Mike B. den 22-jährigen Falco L. vor ein fahrendes Taxi. Das war gegen 22:45 Uhr. Falco wurde vom Taxi erfasst und erlag kurze Zeit später im Werner-Forßmann-Krankenhaus seinen schweren inneren Verletzungen.
Die 500 Menschen, die am Demonstrationszug teilnahmen, wurden angeführt von der Mutter Falcos und seiner Lebensgefährtin. Das Motto der Demonstration war auf einem Leittransparent, was ca. 9 Meter breit war, deutlich zu ersehen. Die Demonstration verlief friedlich. Die Demonstranten versuchten durch einschlägige Sprechchöre der Eberswalder Bevölkerung klarzumachen, dass das Schweigen ein Ende haben muss. Der Demonstrationszug verlief über die Hauptverkehrsstraße in Eberswalde und endete an der Bushaltestelle, an der dieser Mord stattfand. Eberswalder AntifaschistInnen und Freunde sowie Angehörige Falcos schmückten die Haltestelle schon am Himmelfahrtstag mit Blumen und Kerzen. Auf der Abschlusskundgebung gedachten die Teilnehmer der Demonstration dem zweiten Todesopfer der Rechtsextremen, welches in Eberswalde ums Leben kam mit einer Schweigeminute. Völlig am Boden dankte die Mutter Falcos für die zahlreiche Teilnahme an dieser Gedenkdemonstration.
Ein Teil der Demonstranten löste sich von dem Zug und ging dann Richtung Brandenburgisches Viertel, wo sich laut Vermutungen Rechtsextreme aufhielten. Aufgrund von Wut und Trauer warfen Einzelpersonen Mülltonnen um. Die Polizei und der Bundesgrenzschutz sahen sich gezwungen diese Menschen mit brutaler Gewalt anzugreifen. Die geringen Sachbeschädigungsdelikte wurden mit Gummiknüppeln und Tritten seitens der Beamten geahndet. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Staatsdiener die Situation zum Eskalieren brachten. Die ersten Schläge kamen von den BGS-Beamten.
Es wurden zirka 25 AntifaschistInnen festgenommen. Die Gründe für die Festnahmen, Namen der Beamten oder Dienstnummern wurden den Gefangenen nicht bekanntgegeben. Unter den Gefangenen befinden sich vor allem Verwandte und Freunde Falcos. Auch der wahrscheinliche Augenzeuge des Verbrechens ist festgenommen worden.
Die Antifaschistische Aktion Eberswalde fordert die Freilassung aller Gefangenen und wird zusammen mit den Festgenommenen Dienstaufsichtsbeschwerden und Strafanzeigen (vor allem) gegen die knüppelnden BGS-Beamten stellen. Desweiteren distanziert sich die Antifaschistische Aktion Eberswalde von den Vorfällen im Brandenburgischen Viertel.
Mit solidarischen Grüßen – Ihre Antifaschistische Aktion Eberswalde
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