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Quelle: indymedia - 21.11.201

Wendland - Polizeigewalt und Medieninteresse

Drastisches Vorgehen der Polizei im Wendland. Einige Geschehnisse. Hätte mehr Medienpräsenz dies verhindern können?

Sind die Medien nicht vor Ort, tanzen die Knüppel oder...

Laut Medien seien es im Wendland am vorletzten Wochenende (bis zur Wochenmitte) deutlich weniger protestbereite Bürger gewesen, die auf die Straßen gingen um gegen den Castortransport in die Gorlebener "Kartoffelscheune" zu demonstrieren. Das Interesse der Medien ließ nach. Auch die zuvor den Castorgegnern eher wohlgesonnen öffentl. Rechtlichen redeten den Widerstand klein.

Sicher - es gab bis auf eine Aktion keine Blockade mit vierstelliger Teilnehmerzahl, was es schwierig machte Bilder einzufangen, die sich als "Aufhänger" eignen. Auch die derzeitige Lage in Afghanistan und der Sicherheitswahn unserer Regierung, die (zum Glück) überall in Deutschland die Menschen auf die Straßen treiben, hatten zur Folge, daß weniger Castorgegner ins Wendland mobilisierten. Im Übrigen haben Viele bis kurz vor Start des Strahlen-Zuges nach Gorleben nicht wirklich geglaubt, daß dieser Transport zu diesem Zeitpunkt wirklich durchgeführt werden würde.

Trotz der genannten Umstände, war der Widerstand groß. Daß nicht wie beim Transport im März Bilder von gigantischen Schienenblockaden zu sehen waren, lag zum einen daran, daß es viele kleinere Aktionen gab und zum anderen an der Schikane-Taktik der Bullen, die den Landkreis großräumig abgeriegelt hatten was vielen ein Vorstoßen zu Aktionsorten erheblich erschwerte oder unmöglich machte.

Ist das Medieninteresse deshalb diesmal kleiner gewesen oder hat eine zu positive Berichterstattung über einen fast zum Kult tendierenden Widerstand Zensur zur Folge. Die Abwesenheit der Medien hatte an vielen Orten fatale Folgen. Die Bullen konnten munter die Knüppel schwingen, und nicht nur das; von 114 verletzten Demonstranten, davon neun schwer, berichtet die Sani-Gruppe Wendland. Der Unterarm eines Castorgegners sei von einem Polizeihund durch 40 Bisse zerfleischt worden. Sein Maul konnte nur durch einen als Hebel eingesetzten Schlagstock gelöst worden. Die Bullen ritten mit Pferden in Sitzblockaden. Atomkraftgegner wurden unter menschenunwürdigen Umständen in Gefangenenstellen "zusammengepfercht" und ohne Begründung oft 10 Stunden und mehr dort festgehalten. Unter ihnen auch 16 und 17 jährige Jugendliche, denen verweigert wurde einen Vormund zu benachrichtigen und denen durch gezielte Falschinformationen über die Konsequenzen ihrer Festnahme Angst gemacht wurde. Danach wurden die Jugendlichen um 2 Uhr nachts außerhalb geschlossener Ortschaften ausgesetzt.

Besonders skandalös ist die Leibesvisitation an einer Person, von welcher der Republikanische Anwaltsverein berichtete. Eine auf der Strecke aufgegriffene Person sei von Polizeibeamten dazu gezwungen worden sich nackt auszuziehen. Dann wurden die Achselhöhlen sowie der Rektal- und Intimsbereich durchsucht.

All dies wird, wenn es nicht sogar von höchster Stelle angeordnet war, wahrscheinlich ohne Konsequenzen für die diensthabenen Beamten bleiben.

Trotzdem: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Der nächste Transport wird wieder 50 Mio DM (dann ja ca 25 Mio € verschlingen). Trotz perverser Bullen und einem größenwahnsinnigen Innenminister - WIR STELLEN UNS QUER!!!

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