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Genua-News: 28.7.2001
Eine kleine Zusammenstellung von einigen Nachrichten zu Genua, die bei indymedia erschienen sind.
In die Herzen ein Feuer - wer uebt, wo Gewalt
Was ist der Grund immer alles genau einordnen zu muessen? Die Wirklichkeit ist komplexer, um eine Einordnung zu konstruieren - immer wird sie hinken und uns alle nicht weiterbringen.
Dieser Text ist eine Reaktion auf die ersten Einschaetzungen zu Genua, die sich einerseits vollstaendig auf die Seite von Ya Basta stellen, ihre Version der Geschehnisse uebernehmen und auf der anderen Seite, dass die Militanz in Genua vollstaendig verteidigt wird, Vorwuerfe sich gegen Gruppen, wie Ya Basta erheben etc.
Ya Basta ist fuer Italien ein wichtiger linker Zusammenhang, der gute Arbeit zur Migration macht und auch eine Form der nicht offensiven Militanz gefunden hat, an der sich viele beteiligen koennen, dass heisst Alte, Junge, Kranke ohne eine so hohe Gefahrdung verletzt zu werden.
Ya Basta ist ein Zusammenhang, der sich stark oeffnet gegenueber anderen gesellschaftlichen Gruppen, diese mit einbezieht und er ist iedeologisch auch ein nicht so homogener Block, wie oft angenommen wird. Auch unter ihnen gibt es Unterschiede - im ganzen gesehen setzen sich dadurch auch verschiedene Tendenzen durch. Es gibt Personen innerhalb des Ya Basta Zusammenhangs, die in Stadtparlamenten mitarbeiten und sich auf Wahllisten aufgestellt haben - einige nicht nur mit einem taktischen Kalkuel. Innerhalb davon koennen sich Tendenzen des eigen Vorteils entwickeln und aufgrund der Tatsache, dass grosse Organisationen immer in gewisser Hinsicht abstrahieren ist der ersichtliche politische Ausdruck, jener radikaler Reformen.
In Genua selbst setzte sich eine Tendenz durch den "schwarzen Block" - der wiederum nicht homogen ist und z.T. erst in seiner Gemeinsamkeit medial geschaffen wird als zumindestens Mitausloeser der Gewalt zu klassifizieren - ihm wurde eine Rolle zugewiesen, Hilftruppe der Bullen gewesen zu sein, ob nun aktiv (durch die Beteiligung von Zivicops) oder einfach als Instrument.
Diese Version ist schon ein Zugestaendniss an ein Bild, dass von oben geschaffen wurde und so nicht exestiert. Es gibt keinen schwarzen Block, da die Inhalte von Menschen, die Ausuebungsformen der Militanz, die Frage, wann und wo sie ausgeuebt werden soll absolut verschieden ist.
Demnach gibt es Menschen, die miltant handeln, oft taktisch, manche ueberlegt, wieder andere aus einer emotional aufgewuehlten Situation. Und die Emotionen sind in Genua sehr hoch geschwappt. Einfache Einordnungen sind demnach deplaziert.
Sowenig, wie die Militanten Bullen waren koennen Ya Basta sich nicht von der Militanz distanzieren, da auch sie defensive ueberlegte Miltanz ausueben. Andere taten dies direkter - und seien wir mal ehrlich, lebt seit Seattle der Widerstand nicht auch durch Symbolismus - der eingehauene MC Donald in Prag, die brennenden Luxuskarrosen in Zuerich, all dies drueckt eine symbolische radikale Gegnerschaft gegen die kapitalistischen Verhaeltnisse aus. Sicher: es ersetzt nicht Kaempfe im Alltag, deren Wichtigkeit, das Ueberleben oder Sterben der Bewegung zeigen wird.
Nur haben wir wichtiger Probleme, vorallem inhaltiche zu diskutieren, als eine von oben aufgedrueckte Diskussion ueber Militanz zu fuehren - Lasast sie unter uns beginnen ohne Anpisse - und wenn emotional aufgewuehlt Ya Basta ihrer Meinug nach "blac block" Leute als Moerder beschimpft und sie nicht mehr in die Demo laesst - auch wir wissen, dass dies passiert ist, dann drueckt dies eher eine emotional total eskalierte Situation aus, die nicht entscheidend sein darf fuer eine weitere Zusammenarbeit, sondern die Gesamtheit der Bewegung muss weiter bestehen, mit ihrer radikalen Gegnerschaft, dazu wird Militanz immer ein Bestandteil bleiben...
indymedia.de 28.7.2001 - 20:06 Uhr
Kundgebung in Nürnberg
Ein kurzer Abriß über die Kundgebung zu den Ereignissen in Genua.
Heute von 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr fand am Weißen Turm in Nürnberg eine Kundgebung statt, deren Lautstärke wohl einige Bürger aufgerüttelt haben dürfte. Sie zeigten reges Interesse an den Vorkommnissen in Genua und konnten sich an einem Infostand und durch die Verteilung von Flugblättern über die tatsächlichen Ereignisse bei den Demonstrationen zum G8-Gipfel ein Bild machen.
Eindrucksvoll wurde der Tod von Carlo Giulliani in der Mitte der Straße dargestellt. Über der Nachstellung eines auf dem Boden liegenden Toten mit Blut an der Stirn standen totenkopfmaskierte Aktivisten, in ihrer Mitte ein junger Mann mit Helm und einer Waffenattrappe. Er zielte mit dieser Attrappe auf die versammelte Menge, die Aussage war eindeutig: Es kann jeden treffen.
Musik und Klarstellungen zu den Attacken der Polizei in Genua schallten aus den Lautsprechern und die diversen Transparente und ein Bild von Carlo, daß man überall aufgestellt hatte, zeigten ihre Wirkung. Mehrere Einsatzwägen der Polizei standen an allen Wegen zu dem Kundgebungsort. Sie verhielten sich zurückhaltend, einige wirkten ablehnend, einer aber nahm sogar ein Flugblatt entgegen und las es sich durch.
Die Kundgebung machte eines deutlich: Die Vorfälle in Genua werden öffentlich gemacht, vorbei an der Hetze, den Lügen und der Verfälschung des Großteils der Presse und der Medien. Die Wahrheit über Genua kommt langsam ans Licht und in das Bewußtsein der Öffentlichkeit.
indymedia.de 28.7.2001 - 19:20 Uhr
Bericht von Solidemo in Bremen
Hier eine Presseerklärung zur Solidemo für die Gefangenen von Genua am Samstag in Bremen.
Spontane Demonstration in Bremen für die Freilassung der Gefangenen von Genua
In Bremen beteiligten sich am Samstag Mittag ca. 200 Menschen an einer Demonstration für die sofortige Freilassung der Menschen, die nach den Protesten gegen den G8-Gipfel immer noch in italienischen Gefängnissen sitzen.
Nach einer Solidaritätskundgebung auf dem Ziegenmarkt formierten sich die Menschen spontan zu einer Demonstration, um auf ihre Forderung nach der sofortigen Freilassung der Gefangenen aufmerksam zu machen.
Die Polizei, die unter anderem mit der Bremer Spezialeinheit BFE vor Ort war, verhinderte, daß die Demonstration am italienischen Konsulat am Sielwall vorbeigehen konnte. Nach Verhandlungen konnte die Demonstration über Umwege fortgesetzt werden. Am Marktplatz gab es dann eine Abschlußkundgebung, auf der unter anderem eine über sechzig Jahre alte Frau, die in Genua verletzt und verhaftet worden war, sehr eindrucksvoll von ihren Erlebnissen berichtete.
Noch immer sitzen ca. 280 Menschen in italienischen Gefängnissen, darunter 22 Menschen aus Deutschland. Gegen die meisten wurde mit fadenscheinigen Begründungen Untersuchungshaft verhängt. Unter anderem wurden Kleidungsstücken als Beweis dafür vorgelegt, daß es sich um Mitglieder des "Schwarzen Blocks" handeln soll.
Wir befürchten, daß sie nach dem brutalen Vorgehen von Polizei und Militär gegen GipfelkritikerInnen (mindestens 500 Verletzte), um jeden Preis verurteilt werden sollen, um von den Menschenrechtsverletzungen durch den italienischen Staat abzulenken.
Die heutige Demonstration reiht sich ein in die Protestaktionen, die seit vergangenen Freitag, als Carlo Giuliani bei den Protesten in Genua von der Polizei erschossen wurde, überall in der Welt stattfinden.
Wir fordern alle demokratisch gesinnten Menschen auf, gegen die Polizeibrutalität und für die Freilassung der Gefangenen aktiv zu werden.
Sofortige Freilassung der Gefangenen von Genua!
Für die Globalisierung des Widerstandes!
indymedia.de 28.7.2001 - 16:47 Uhr
Genua-Trauermarsch in Hamburg
In Hamburg wurde heute mit einem Trauermarsch gegen die Uebergriffe der italienischen Polizei auf die Demonstrierenden gegen den G8-Gipfel protestiert.
Die Kette der Hmaburger Protestaktionen gegen die Polizeigewalt in Genua reisst nicht ab. Heute hat eine groessere Gruppe von Menschen mit einem Trauermarsch gegen die Uebergriffe der italienischen Polizei auf die Demonstrierenden gegen den G8-Gipfel protestiert. Mit Transparenten und einem Sarg auf den Schultern gedachten sie des Mordes an Carlo Giuliani und forderten die sofortige und bedingungslose Freilassung aller im Rahmen der Aktivitaeten gegen den G8-Gipfel gefangen genommenen Menschen.
Waehrend mehrerer "Die-In" Aktionen in der Naehe des Rathauses, auf dem Gaensemarkt (Einkaufsgegend), und vor dem italienischen Konsulat thematisierten sie nicht nur die koerperlichen Attacken auf Demonstrierende, sondern ebenso den Angriff auf das Recht auf Protest und Widerspruch, den die Polizeirepression in Genua darstellte. Viele Passanten reagierten positiv und interessiert auf die Aktion. Die Polizei zeigte zwar starke Praesenz, hielt sich diesmal aber zurueck.
indymedia.de 28.7.2001 - 16:17 Uhr
Das Bataillon des Mörders
Das Carabinieribataillon, dem der Mörder Giulianis angehörte, hat, dem militärischen Status der carabinieris entsprechend, polizeiliche wie militärische Aufgaben wahrzunehmen - auch im Trikont!
Die staatliche Nachrichtenagentur ANSA schreibt am 21.7. 2001:
"Der carabiniere, der Carlo Giuliani getötet hat, sagte, er habe aus legitimer Notwehr geschossen. Der Soldat - ein einfacher carabiniere, 20 Jahre alt, vom battaglione Lombardia, wurde im Krankenhaus verhört, in das er mit Verwundungen am Kopf und an den Armen eingeliefert wurde, die ihm bei den Auseindersetzungen zugefügt worden waren. Der Landrover, in dem er sich befunden hatte, ist von den Demonstranten schwer beschädigt worden. Nachdem sie ihn umzingelt hatten, schlugen sie mit Rohren, Stöcken und Steinen auf ihn ein."
So viel Mitgefühl für einen Landrover.
Der mutmaßliche Todesschütze - in der Folge kurz Todesschütze genannt - war kein hilfloser, junger Mann aus rührend einfacher Familie aus einer entlegenen Provinz (das Cliché wird in Italien immer bemüht, wenn ein Carabiniere, meist durch eigene Schuld zum Handkuß kommt,) der noch dazu in die schreckliche Situation geriet, einen anderen jungen Mann zu erschießen, sondern er stammte aus einer scharfen Spezialeinheit, war Soldat, denn die Carabinieri sind eine militärische Waffengattung, (1) und wie wir dankenswerter aus der ANSA-Meldung erfahren, diente er bei dem in Mailand stationierten battaglione Lombardia.
Das ist kein beliebiges Polizeikommisariat. Das Battaglione Lombardia hat unter anderen die Funktion eines Überfalls- und Razziakommandos, das gegen Immigranten eingesetzt wird. Ein Scharfmacherkommando. Das Rassistenblatt La Padania berichtet am 9. 3. 2001 über eine der typischen Missionen des Sonderbataillons. Da fand von 22 Uhr nachts bis 4 Uhr früh in der Bahnhofsgegend Mailands eine Razzia statt, bei der gut hundert Menschen aufgegriffen wurden. 18 wurden ins Polizeipräsidium verschleppt, da sie keine Dokumente hatten. 3 Marrokaner, ein Algerier und ein Tunesier mußten auch daran glauben.
Das battaglione Lombardia stellt also eines der unzähligen Détachements dar, die in ganz Europa gegen Fremdrassige operieren. Der Mörder Giulianis stammt also aus einem staatlich abgesegneten Rassistenschwadron.
Nun, das sind Dinge, an die wir uns schon gewöhnt haben. Über ihre landesinterne Aufstandsbekämpfungsfunktion hinaus aber haben die Carabinieri aber auch, als militärische Waffengattung, seit Jahrzehnten militärische Missionen im Ausland zu versehen. Speziell das battaglione Lombardia diente beispielsweise vom August 1982 bis zum Februar 1984 im Libanon zur Unterstützung einer Fallschirmspringereinheit der Carabinieri, des battaglione Tuscania. Die militärpolizeilichen Aufgaben waren breit gestreut. Sie umfaßten auch nichtmilitärische Polizeifunktionen, es wurde bei Straßenunfällen eingesetzt, als Geleit- und Personenschutz, zur Bewachung und Sicherung der militärischen Kommandozentralen, zur Sicherung der Camps , der Logistik, es wurde auch in der Nacht zum Patrouillendienst eingesetzt und sie hatten die Verbindung zwischen den militärischen Positionen aufrechtzuerhalten. Am Beispiel Libanon zeigt sich die Verzahnung von zivilen und militärischen Aufgaben einer militärischen Struktur, die in einem überfallen Land zu operieren hat.
Missionen der Carabinieri fanden in Namibia, am Persischen Golf, in Kurdistan, in Albanien, Somalia, in Mozambique, in Bosnien, in El Salvador, in Cambogia, Palästina, Bosnien und Guatemala statt. (2)
Man kann mit einem gewissen Grad von mentaler Abrichtung des Todesschützen rechnen.
Seine Einheit ist also ein Element der internationalen NATO- und CIA-Polizei. Am battaglione Lombardia zeigt sich eine sehr weit entwickelte Doppelfunktion einer einzigen polizeilich-militärischen Waffengattung eines NATO-Musterlands, nämlich die der internen, wie externen Aufstandsbekämpfung, die einander ergänzen. Man sieht also, aus welcher umfangreich konzipierten Dimension die militärische Operation und ihr einzelner Akteur herstammen.
Anfang Juli 2001 trat der neue Carabinierikommandant der Lombardei sein Amt an, der 62-jährige General Mario Mori. Ihm unterstehen in der Lombardei 9000 Carabinieri. (3) Es liegt in einer gewissen Logik der Dinge, daß gerade dieser General Schüler des Carlo Alberto dalla Chiesa war, eines der unerbittlichsten Linkenhetzer der Siebzigerjahre - der bedauerlicherweise durch die Mafia umgebracht wurde.
Ihr Vorgehen gegen die poltischen Oppositionen stützen diese Typen auf die Meriten, die sie sich im Kampf gegen die Mafia erworben haben. Mori leitete 2 Jahre lang eine der zahlreichen ROS (Operativen Sondereinheiten, Raggruppamento Operativo Speciale) der Carabinieri: in dem Fall war es eine, die sich rühmen konnte, zur Verhaftung des Mafioso Totò Riina beigetragen zu haben.
Das ist das progressive Aushängeschild, mit dessen Renommé dann die Tätigkeit in der Aufstandsbekämpfung weitergeführt werden kann. Auf richterlicher Ebene ist Garzón eines der besten Beispiele für diese Doppelstrategie Legitimierung der Repression durch anderweitige demokratische Sicherheitssoperationen, in Falle Garzóns die Legitimierung die Repression der Basken durch das große demokratische Manöver der internationalen Juridisierung des Falles Pinochet.
Sicherheit und Aufstandsbekämpfung sind eine untrennbare Einheit auch in der Doktrin des Generals. In einem Interview mit dem Corriere della Sera (4) wird er nach dem jeweiligen Stellenwert des Kampfes gegen Organisierte Kriminalität, Terrorismus und und Kriminalität im städtischen Bereich gefragt.
Die Fragen sind militärisch knapp, sodaß man eigentlich gar nicht mehr von Journalismus sprechen kann.
?Der Terrorismus?" ?Dem werden wir zu Leibe rücken" antwortet Mori.
?Die Organisierte Kriminalität?" ?Die Szene hat sich geändert. Es hat da eine markante Weiterentwicklung gegeben." .. Und er erwähnt drei italienische Mafien. ?Wir wußten wer der Feind war. Jetzt tritt sie entschiedener, rücksichtsloser auf: jetzt treten auch ausländische Clans auf, wir haben eine feinverästelte Riesenkrimininalität vor uns. Die Profile werden ein wenig unscharf, und sie sind schwer zu fassen." (Hervorhebung von AuO)
Es nimmt sich aus wie eine Parabel für den polizeilich-militärischen Kampf gegen die kontinentalen Oppositionen, die er wohl auch im Visier haben dürfte, und bekanntlich wird politischer Widerstand gerne unter gemeine Kriminalität subsumiert.
Seine Aufgabe ist hart. ?Der Einsatz, der auf uns wartet, stellt ohne Zweifel eine große Anforderung für uns dar", meinte General Mori ins einer Antrittsrede ?Aber wenn alle, und daran möchte ich keinen Zweifel hegen, zusammenstehen, wenn wir uns auf unser Selbstbewußtsein verlassen, wenn wir uns über unsere Verantwortung im klaren sind, und wenn wir stolz sind, daß wir einer Institution angehören, die einen Bezugsrahmen darstellt. Für die nationale Gemeinschaft, dann werden die Ergebnisse nicht ausbleiben."
Sie sind nicht ausgeblieben.
Appendix: Bereits 1964 plante ein Carabinieri-General, Giovanni de Lorenzo, einen Putsch. Ein weiterer Putsch fand 1070 statt, am ?golpe strisciante" (Schleichenden Staatsreich) in den Achtzigerjahren war Berlusconi beteiligt.
(1) ?Im April des vergangenen Jahres wurden die Carabinieri, Soldaten mit polizeilichen Aufgaben, neben Heer, Marine und Luftwaffe als eigene Waffengattung anerkannt". (Berliner Zeitung, 31. 3. 200) ?... Somit dürfen sie künftig auch an Auslandseinsätzen teilnehmen - als eine Art Militärpolizei 8 (Egon Günthe r: Schichtwechsel im Supermarkt, Jungle World, 26. 4. 2000). Die Jungle World ist schlecht informiert. Schon seit 20 Jahren operieren die Carabinieri im Ausland.
(2) Partecipazione a missioni di pace all´estero (?Teilnahme an Friedensmissionen im Ausland") http://www.carabinieri.it/Tradizio/Storia/Stor 15PARTMISSESTE.ASP?m=i
(3) La Repubblica Milano, 6. 2. 2001, zitiert nach NSD, News sicurezza e difesa (http://www.nsd.it/news/sito.asp)
(4) Corriere della Sera, 6. 2. 2001, zitiert nach NSD Aug und Ohr, Gegeninformationsinitiative
indymedia.de 28.7.2001 - 15:51 Uhr
Aufruf - Rettet Genua-Gefangene
Drei Freunde von uns noch in Genua im Gefängnis, wir bitten um Infos und Unterstützung.
Wir suchen Menschen, die mit drei Leipzigern im Gefängnis in Pavia saßen. Jede Info zu den drei Männern aus Leipzig ist wichtig. Das Gefängnis heißt
Casa Cironda viale
Via Vigentina 85
27100 Pavia
(keine Gewähr auf Rechtschreibung)
Außerdem brauchen wir unbedingt einen italienischen Anwalt, der am Besten deutsch sprechen kann und kompetent genug ist, um unseren drei Freunden aus Leipzig in Italien helfen zu können.
Bei Infos zu den Leipzigern und bei Möglichkeiten für den Anwalt bitte melden unter
freunde.lpz@gmx.net
indymedia.de 28.7.2001 - 12:59 Uhr
Genua: Verdrehungen, Falschmeldungen, Hetze
Über die mangelden Kenntnis der radikalen Linken nach Genua Position zu beziehen.
Warum übernwehmen unabhhängige Medien unreflektiert Berichte a la Attac u. Ya Basta??? Wo wart ihr ????? Bevor ihr die Hetze und Lügen wie z.B. der Gruppe gemeinsam sind wir stark übernehmt:untarhaltet euch doch bitte mit Menschen die vor ort waren.
Bisher sind lediglich vereinzelte Bilder von Vermummten u. bewaffneten Zivibullen aufgetaucht. Behauptet wird, was auch von einem grossteil alternbativer, linksradikaler Medien überenommen wird: es handekle sich dabei um Bullen - den schwarzen Block.
Ich versuche hier kurz über das was, ich und wir, als linksradikaler Zusammenhang in Genua mitbekommen haben, wiedrerzugeben. Darauf folgt ein kurzes Statetement über die bisher mangelnde Konsequenz, für die Ereignisse in Genua Position zu beziehen.
Was wir in Genua mitbekommen haben ist folgende, hier kurz verfasste Version, um den allgemeinen Falschmeldungen wenigstens etwas entgegenzusetzen:
Wir haben auch die behelmten Zivi-Bullen gesehen, die bisher auf ein zwei Bilder aufgetaucht sind. Nur das diese nicht auf unserer Seite agiert haben, sonder uns gemeinsam mit anderen Bullen nmassiv mit Steinen eingedeckt haben.
Weiter zu den Vorwürfen wir hätten Ordner des GSF verprügelt:
Wir mussten uns zum Teil gegen Orden schützen, als wären diese Bullen. Wir haben Szenen mitbekommen in denen, Leute die mit Steinen eine Bank angegriffen haben von Ordner (GSF, Ya Basta) veprügelt wurden. Genauso wie wir von Ya Basta Kadern als Mörder bezeichnet wurden. "You are the Friends of the Police" (Eine ausgibiegere Stellungsnahme wird in kürze folgen; Für uns ist trotz alldem jetzt schon klar das wir jegliche Zusammenarbeit mit Ya Bata aufkündigen werden - es gibt noch viel mehr gravierende Scheisse derenseits auf dich ich hier aber nicht weiter eingehen will).
Das auch Scheisse im Bezug auf das militante Spektrum lief will ich hier nicht weiter verschweigen. Nur stellt sich die Frage, wer diese Spektrum überhaupt ist: jugendliche aus Genua die einfach Hass auf das System haben ??? Das organisierte Spektrum, das Sicher keine Banken, über denen sich Wohnhäuser befinden azünden würde .....
ich werde gerade selbst zu Müde für meine Mail, die sicher auch nicht viel in den festgefahrenen Meinungen vieler, die auf der Suche nach dem Sündenbock für die Gewalt sind erreichen. Ich werde mich jedenfalls nicht von den militanten Protesten in Genua distanzieren. Ich lege allen die sich hier dementsprechen dagegen Positionieren nahe, sich einen Kopf über Gewalt in seiner Gesellschaftlichen Situation zu machen und diese winigstens mal zu definierern.
In Zukunft sollten, diejenigen von uns, die weiterhin zu verschieden Grossevents wie Genua reisen, sich trpotz alldem einem Kopf machen wie Mensch mit scharfer Munition und unverantwortlicher Gewalt umgehet.
Für mich sind weiterhin die Verthälnisse gewalktätig, und die Gwalt geht erstemal von der herschenden Seite aus. Unsere Gewalt ist lediglich eine Normübertretung in der wir das staatliche Gewaltmonopüol in Frage stellen.
In diesem Sinne: No justice, no peace.
Wier sehen uns an den Barrikaden.
indymedia.de 28.7.2001 - 05:09 Uhr
Solidarität mit Tomas Aleinikovas
Aufruf zur Solidarität mit Tomas Aleinikovas, Opfer der Razzia in der Diaz Schule, und jetzt in Untersuchungshaft.
Nachdem die meisten Opfer der Repression in Genua wieder frei sind, brauchen vor allem diejenigen unsere Solidarität, deren Haft bestätigt wurde.
Besonders tragisch ist die Situation für den zwanzigjährigen Tomas Aleinikovas aus Litauen, dem der angeblich versuchte Mord eines Polizisten (mit einem Messer) angehängt werden soll. Da die Polizei ihre Brutalität bei der "Razzia" mit gewalttätigem Widerstand zu rechtfertigen sucht, könnt Ihr Euch vorstellen, was ihn erwartet.
Während sich für andere Gefangene die entsprechenden Ländervertretungen mehr oder weniger eingesetzt haben, mußten die Eltern von Tomas von polnischen Teilnehmern an den Aktionen in Genua über das Schicksal ihres Sohnes informiert werden! Keine NGO, keine Zeitung scheint sich bis jetzt um ihn zu kümmern.
Bei all Euren Soli-Aktionen erinnert immer auch an Tomas, der jetzt als Sündenbock herhalten soll! Schreibt an die Vertretungen (Konsulate, Botschaften) Litauens, mit der Aufforderung, sich in Italien für Tomas einzusetzen! Fordert Amnesty International auf, ihn als politischen Gefangenen zu adoptieren!
Adressen der für Deutschland zuständigen Vertretungen:
Botschaft der Republik Litauen
S. E. Herr Prof. Dr. habil. Vaidievutis Geralavicius, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter, Frau Vyta Danute Geraldavièiene, Katharinenstraße 9, 10711 Berlin, Telefon: 030-8 90 68 10, Fax: 030-89 06 81 15, Email: botschaftlitauen@t-online.de
Außenstelle der Botschaft Litauen
Herr Dr. Nerijus Zukas, Botschaftsrat, Frau Irma Zukiene, Konstantinstraße 25 a, 53179 Bonn, Telefon: 0228-91 49 10, Fax: 0228-91 49 11 5
Honorarkonsul der Republik Litauen
Herr Karl Rothenberger, Honorarkonsul, Gutleutstraße 163 -167, 60327 Frankfurt a. M., Telefon: 069-23 23 33, Fax: 69-23 91 63
Honorarkonsul der Republik Litauen
Herr Prof. Dr. Jürgen Gramke, Honorarkonsul, Kaiser-Wilhelm-Ring 20, 50672 Köln, Telefon: 0221-9 12 34 94, Fax: 0221-9 12 34 96
Honorarkonsul der Republik Litauen
Herr Hans-Friedrich Saure, Honorarkonsul, Frau Edda Saure, Brodschrangen 4, 20457 Hamburg, Telefon: 040-37 50 17 70, Fax: 040-37 65 53 34
Honorarkonsul der Republik Litauen
Herr Prof. Dr. Jürgen Gramke, Honorarkonsul (26.04.2001), Felix-Klein-Straße 6, 40474 Düsseldorf, Telefon: 0211-43 61 86-60, Fax: 0211-43 61 86-61
indymedia.de 28.7.2001 - 04:11 Uhr
Genua-Soli-Demo in Mainz
Gestern, am Freitag, den 27.07.01 fand in Mainz eine Demo zu den Polizeiübergriffen in Genua und dem Mord an Carlo Guiliani statt.
Unter dem Motto "Wir trauern um Carlo" fanden sich etwa 100 Leute um 21:00h auf dem zentralen Platz "Höfchen" in der Innenstadt ein. Die herbeigeeilten Bullen, die erst durch einen vorbeifahrenden Streifenwagen von der Demo mitbekommen hatten, konnten von den DemonstrantInnen nur noch die geplante Route entgegennehmen und beschränkten sich auf das Verkehrregeln. Und das obwohl die DemonstrantInnen mit Rufen wie "No Justice No Peace - Fight the Police", "Europas Polizisten, Mörder und Faschisten" und "Polizia - Assassini" durch die belebte Altstadt und auch vorbei an einem Polizeipräsidium zogen.
Am Ende der Demo fand eine Abschlusskundgebung vor dem Theater statt, wo die DemonstrantInnen eine Trauerminute für Carlo einlegten. Mit dieser Aktion demonstrierten wir gegen Polizeigewalt und Rassismus, gegen den Kapitalismus und seine Globalisierung und für eine solidarische und freie Welt der Revolution. Lasst uns weiterhin aktiv bleiben und Carlos Tod nicht vergessen! Kommt zum Grenzcamp!
CARLOS TOD WIRD KONSEQUENZEN HABEN!!!
WANDELT WUT UND TRAUER IN WIDERSTAND!!!
JOIN THE BLACK BLOCK!!!
indymedia.de 28.7.2001 - 00:35 Uhr
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