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Quelle: indymedia - 13.5.2002
Ohne Puschmann kein Krawall
Keine Räumung der Rigaer94 am 28.5. - Keine Räumung niemals nicht!
mr. puschmann is coming to town
Ein Gerichtsvollzieher, der sich im Briefwechsel mit dem Hausprojekt Rigaer94 [Berlin-Friedrichshain] als Thomas Puschmann vorstellte, verlangt für Dienstag, den 28.5.2002 die friedliche und freiwillige Herausgabe von mehreren Erdgeschoßräumen, in welchen sich das Projekt Kadterschmiede befindet. Den Räumungsantrag gestellt hat ein gewisser Suitbert Beulker [Schönhauser Allee 73a, Berlin Prenzlauer Berg], welcher unter anderem behauptet, er sei der Eigentümer des Hauses. Naja, formal-juristisch mag er da vielleicht Recht haben, aber darum geht es hier nicht. Beulker klagt mittlerweile seit 1 ½ Jahren gegen das Hausprojekt - seit neuesten mit der Begründung, im Haus würde "Anarchie herrschen" und er wolle die "Rädelsführer" (?) dingfest machen. Uns stellt sich in der politischen Auseinandersetzung um dieses Hausprojekt allerdings nicht die Frage, ob sein Verhalten unmoralisch oder irgendwie böse ist. Es geht nicht darum, sein Verhalten zu denunzieren, es geht um eine radikale Kritik an den Verhältnissen, in denen sein Verhalten zumindest nicht unlogisch ist. Und es geht darum, für die Rigaer94 und andere Projekte als sichtbare linke Orte in der Mitte dieser beschissenen Hauptstadt zu kämpfen. In diesem Sinne: Vorwärts immer, rückwärts nimmer!
alles was wir wollen...
...ist nur. die Regierung stürzen? Nun, diese Frage stellt sich wohl gerade nicht. Eher stellt sich die Frage, ob es in Berlin eine tolle, attraktive, aktionsfähige, radikale linke Szene gibt. Das wird auch in Zukunft nicht so sehr davon abhängen, wie entschlossen an "Kampftagen" Bushaltestellen zertrümmert werden. Das wird nicht dadurch entschieden, daß Wissensvorräte über Theorie und Praxis verschiedener Fraktionen nebeneinander stehen, nicht dadurch, daß die eigene Theorie und Praxis die Form einer Dampfwalze annimmt, mit der andere Fraktionen beeindruckt oder überrollt werden sollen. Es wird abhängen von unserer Fähigkeit uns zu streiten, von unserer Fähigkeit, Theorie und Praxis zu vermitteln. Es wird durch die Frage entschieden, ob wir Radikalität daran messen, wieviel unsere Politik mit unserem Alltags zu tun hat oder traditionell mit geübtem Blick an der Höhe des wo auch immer entstandenen Sachschadens. Dies soll keine pauschale Distanzierung von bestimmten Politikformen sein. Wir haben grundsätzlich nichts gegen Randale, zumindest solange nicht, wie sie Mittel linker Politik ist, nicht deren Inhalt oder Zweck. Blöd wäre, wenn Pflasterstein und Feuerschein nur noch den Sinn haben, daß unser Blick sich nicht allzu sehr auf einen drögen, anstrengenden Alltag richtet.
Kurz: Wir brauchen linke Orte, um uns solchen Frage wieder stärker zu stellen, wir brauchen sie, um sichtbar zu sein, wir brauchen sie als die Orte, an denen am ehesten die Option eines radikalen Alltags weiterentwickelt werden kann. Von daher werden wir eine Räumung oder Teilräumung der Rigaer94 genausowenig hinnehmen wie eine Räumung der Köpi, der Wagenburg Schwarzer Kanal...
Wir bleiben alle.
technix
Angekündigt hat sich der Herr Gerichtsvollzieher für Dienstag, den 28.5. - 8 Uhr morgens [Ihr solltet etwas früher da sein!]. Es ist unklar und wird wohl auch unklar bleiben, ob er sofort mit Bullen anrückt oder sich deren Unterstützung erst in den folgenden Stunden, Tagen oder Wochen besorgt. Gegen alle Räumungsversuche wird Widerstand geleistet, nicht mit dem Ziel der militärischen Konfrontation mit den Bullen, sondern mit de Ziel, die Räumung als politisch nicht durchsetzbar zu gestalten: als entschlossene, symbolische Manifestation eines in diesem Falle doch sehr grundlegenden Dissenses. Ihr seit aufgefordert, diese Aktionen mit den Euch als geeignet erscheinenden Mitteln zu unterstützen. Möglich und sinnvoll ist das Blockieren der Zufahrtstraßen um die Rigaer94: Proskauer/Rigaer Str., Zellestr./Bänschstr., Liebigstr./Bänschstr., Bersarinplatz/Rigaer Str., Liebigstr. am Frankfurter Tor. Für die Nacht zum 28.5. bzw. die folgenden Nächte werden in Friedrichshain Pennplätze organisiert für die Menschen, die aus anderen Bezirken oder gar aus anderen Bundesländern anreisen. Ihr erreicht die Pennplatzbörse unter der Nummer 0178 - 835 23 33. Am 28.5. und für den evtl. späteren Tag der Räumung gibt es zum einen den Infopunkt in der Kreuziger Straße. Wir versuchen in der Woche vor dem 28.5. mehrere Infoveranstaltungen in verschiedenen Kiezen zu organisieren - achtet auf Flyer! Eine VV zum aktuellen Stand der Dinge gibt es am 24.5. um 20 Uhr in der Köpi. Wenn der Herr Puschmann eine Räumung durchsetzen kann, wird es am selben Tag eine Demo geben - Treffpunkt ist dann 17 Uhr am Frankfurter Tor. Na denne, wir sehen uns am 28.5. - auf den Barrikaden.
wenn räumung, dann beule
rigaer94 bleibt, kadterschmiede rockt
http://rigaer94.squat.net ++++ pennplätze: 0178 - 835 23 33 ++++ Spenden: jaaaaa! ++++ Spendenkonto: Rote Hilfe e.V., 7189590600, BLZ 10020000, Berliner Bank, Stichwort: Rigaer94
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